Kartoffelsuppe und Apfelstrudel

Bei uns zuhause gab es früher eher selten eine Mehlspeise. Mein Dad ist mehr für die deftige Küche zu haben, aber im Herbst gab es bei uns öfters Kartoffelsuppe und danach Apfelstrudel. Die Äpfel bekamen wir meist von unserer Nachbarin geschenkt, die Unmengen davon im Garten hatte.
Seit meine Mom nicht mehr lebt, versuche ich einmal im Jahr für meine Familie Kartoffelsuppe und Apfelstrudel zu machen. Das ist dann immer wie eine Reise in die Vergangenheit und alle freuen sich darauf.
Die Kartoffelsuppe ist eher unspektakulär, lieber weniger Karotten als zuviel – so ist das Motto meines Dads. Die in Scheiben geschnittenen Wiener oder die Leoner, die als Einlage in die Suppe kamen, wurden früher gerecht geteilt und vorher in jeden Teller gegeben, damit ein jeder die gleiche Portion bekommt. Meine Mom hat immer noch gerne einen Schuss Milch in Suppe gegeben.
Das Rezept für den Apfelstrudel ist genau geeicht für das Reindl, das wir zuhause haben. Meine Mom hat immer sehr dünne Apfelstrudel gemacht und so passen in die Form genau 4 Stück. Bei mir hatten nur 3 Stück Platz, anscheinend habe ich zu viele Äpfel genommen.
Mein Mann und meine Tochter hätten gerne noch Vanillesauce gehabt, aber das geht gar nicht – dann wärs ja nicht wie früher :-)











Kartoffelsuppe
Menge: 4 Portionen

Zutaten:
1 Zwiebel, in Würfel geschnitten
etwas Butter
600 g Kartoffeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
200 g gelbe Rüben, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
Thymian
Salz
Pfeffer
½ bis ¾ Liter Rinderbrühe oder Gemüsebrühe
4 Wiener, in Scheibchen geschnitten

Zubereitung:
Die Zwiebeln in einem großen Topf andünsten, das Gemüse dazugeben und auch kurz mit anschwitzen. Die Brühe angiessen und die Suppe solange zugedeckt köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist, aber noch nicht zerfällt.
Das Gemüse mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken oder mit einer Gabel etwas zerdrücken. Die Leoner in die Suppe geben und würzen. Eventuell mit einem Schuss Sahne oder Milch servieren.

Apfel-Strudel
Menge: 4 dünne Apfelstrudel

Zutaten für den Teig:
300 g Mehl
1 Ei
1 Stück Butter
Prise Salz
Lauwarmes Wasser

Zutaten für die Füllung:
4-5 Äpfel, geschält, in dünne Scheiben gehobelt
250 Gramm Quark 20 % Fett
etwas Sahne zum glattrühren
Zimt
1-2 EL Zucker
Rosinen, wenn gewünscht
½ Liter Milch
Butterflöckchen

Zubereitung:
Alle Zutaten für den Teig verkneten und ca. eine halbe Stunde ruhen lassen. Die Äpfel mit dem Quark, der Sahne, dem Zucker, dem Zimt und den Rosinen vermischen.
Den Teig in 4 Teile teilen und ganz dünn ausrollen, am besten auf einem bemehlten Backpapier. Meine Mom hat den Strudel immer auf einem bemehlten Geschirrtuch ausgerollt. Mit einem Viertel der Füllung belegen und mit Hilfe des Backpapiers aufrollen und dann in die gefettete Form legen. Mit den anderen Teilen ebenso verfahren. Die Milch auf die Strudel in die Form giessen und mit Butterflöckchen belegen.
Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze (180 Grad Umluft) ca. 30 Minuten backen, bis die Milch eingezogen und der Strudel schon braun ist.

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12 Antworten zu “Kartoffelsuppe und Apfelstrudel

  1. Fritz 21. November 2010 um 10:19 pm

    Wunderbar! Ich hab mal diese Kombination bei einer Weinstaffel zum Rieslaner Spätlese aus Franken vorgestellt. Der Apfelstrudel, klassisch bayrisch aus dem Reindl und Vanillesoße ist selbstverständlich tabu!

  2. Toni 22. November 2010 um 9:36 am

    Schöne Tradition :D. Ich bin auch kein großer Mehlspeisenfan, aber als Nachtisch nehm ich gerne eine Portion Apfelstrudel.

  3. Katrin 22. November 2010 um 9:50 am

    Bei uns gibt es zur Kartoffelsuppe immer „Auszogne“. Anders geht das nicht ;-)

  4. Anikó 22. November 2010 um 1:39 pm

    Schöne Kombi! Praktische so ne Art Himmel und Erde in unterschiedlichen Gerichten :-) Aber könnte sowohl Kartoffelsuppe als auch einen Strudel mal wieder machen. Danke für’s Erinnern!

  5. einfachguad 22. November 2010 um 7:19 pm

    @ Anikó
    Ich habe für den Apfelstrudel die Äpfel aus dem alten Land von Steph verwendet. Die waren echt lecker!

    @ Katrin
    Auszogne hat meine Mom nie gemacht!

    @ Toni
    Ich auch!

    @ Fritz
    Das bayerische Reindl – hab Deine Mail schon gelesen, des is ja echt lustig, fast die gleichen Worte ;-)

  6. barcalex 22. November 2010 um 10:07 pm

    Vanillesauce ist auch nur was für Kinder ;-) Das verfälscht den herrlichen Geschmack und macht knusprige Sachen sehr unknusprig.

  7. einfachguad 23. November 2010 um 2:05 pm

    @ barcalex
    Ich sehe, da versteht mich einer – ich liebe diese knusprige Kruste ;-)

  8. Heike 24. November 2010 um 9:03 pm

    oh der Strudel sieht aber sehr fein aus…..das wäre ein toller Nachtisch beim Italiener gerade gewesen…gruß Heike

  9. ilse aus Minga 25. November 2010 um 10:10 am

    Das ist wie eine Zeitreise zurück in meine Kindheit – sogar die Bratreine stimmt!

  10. einfachguad 26. November 2010 um 7:41 am

    @ Ilse
    Solche Bratreinen hab ich letztens sogar in einem Geschäft gefunden. Da hab ich gleich zugegriffen und meinem Dad eine kleine für den Schweinsbraten gekauft!

  11. kochend-heiss 27. November 2010 um 7:32 am

    Der Strudel sieht ja klasse aus. Habe ich noch nie gemacht, aber muss ich demnächst echt mal ausprobieren.

  12. daniela 3. Dezember 2010 um 11:56 am

    Was für eine schöne Geschichte zu diesen beiden wärmenden Gerichten, die genau das richtige an solch eiskalten Tagen sind.

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