Vinschgauer Fladen

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der „World Bread Day“ von Zorra statt. Ich habe die letzten Male immer nur mitgelesen und war fasziniert, welche Vielfalt an Rezepten eingereicht wurde. Dieses Jahr will ich nicht nur lesen, deshalb ist hier mein Beitrag zum Event!
Am Anfang, als ich mit dem Sauerteigbrotbacken gerade begonnen habe, habe ich in einem Bioladen Schabzigerklee gefunden. Schabzigerklee , auch Brotklee oder Zigainerkraut genannt, wird in kleinen Mengen als Brotgewürz verwendet.
Doch ich habe es zu gut gemeint, ich habe viel zu viel von dem Gewürz in meinen Teig getan. Das Brot schmeckte einfach scheusslich. Seitdem habe ich den Schabzigerklee nicht mehr angerührt. Eine Freundin erzählte mir immer von den leckeren Vinschgauer Fladen, die sie immer bäckt. Auch in den Vinschgauer Fladen ist Schabzigerklee – nix für mich, dachte ich mir. Aber dann durfte ich die Fladen mal probieren und das hat mich mit dem Brotklee wieder ein wenig versöhnt :-) Schmeckt ja doch nicht so schlecht, wie ich immer gemeint habe – im Gegenteil sie sind sogar ziemlich lecker! Vor allem mit einem pikanten Belag wie Schinken oder Käse!

Vinschgauer Fladen
ca. 12 Stück

Zutaten Sauerteig:
250 g Roggenmehl 997
250 g warmes Wasser
2 EL Sauerteig vom Anstellgut

Zutaten Teig:
250 g Roggenmehl 997
200 g Weizenmehl o. Dinkelmehl 1050 oder Vollkorn
2 1/2 TL Salz
1 TL Honig
1 TL Kümmel geschrotet
1 TL Koriander geschrotet
1 TL Fenchel geschrotet
1 TL Schabzigerklee
10 g Frischhefe oder 1/2 Päckchen Trockenhefe
100 – 130 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung:
Für den Sauerteig alle Zutaten verrühren und 15-20 Stunden gären lassen. Dann das Mehl mit dem Salz, den Gewürzen und der Hefe verrühren und zu dem Sauerteig geben. Den Teig mit den Knethaken zu einem weichen Teig verkneten, nach und nach das restliche Wasser nach Bedarf dazugeben. Feucht zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig das Doppelte seines Volumens erreicht hat.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche die Luft aus dem Teig drücken, in dem der Teig 2x innerhalb von 10 Minuten gedehnt und gefaltet wird (wie ein Briefumschlag). Dazwischen immer wieder feucht abdecken.

Den Teig in ca. 100 g schwere Stücke trennen, zu Kugeln formen und dann flach drücken. In Roggenmehl wälzen und auf ein Backblech legen. Mit einem Tuch bedecken und nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 250 Grad vorheizen, mit Schwaden ca. 25 bis 30 Minuten backen.

20 Antworten zu “Vinschgauer Fladen

  1. Eva 16. Oktober 2009 um 6:44 am

    Genau…in die Vinschgauer gehört einfach Schabzigerklee und ich mag die total gerne seit einem Urlaub in Tirol; deine sehen genau so aus wie ich sie da kaufen konnte – klasse!

  2. Heidi, die II. 16. Oktober 2009 um 7:59 am

    Oh ja – das kommt mir gerade recht. Ich muss / will auch wieder Brotteig ansetzen. Da werde ich die Familie mal mit solch leckeren Fladen zum Wochenende überraschen. Mmmmhhh – freue mich schon jetzt darauf.
    Danke für das Rezept! :-D
    Heidi

  3. mamiluise 16. Oktober 2009 um 8:16 am

    Ok, heute ist Weltbrottag, also hier ist noch ein Rezept aus meiner Feder::
    Körnerbrot
    Zutaten:
    4 EL Gerstenkörner, 4 EL Haferkörner, 4 EL Roggenkörner, 4 EL Dinkelkörner, (ergibt ca. 150g) über Nacht eingeweicht.
    15g Hefe, 2 EL Salz, 90g Naturjoghurt, 300 g Vollkornmehl, 200g Roggenmehl, 2 TL Melasse oder Rübensirup, 2 EL Leinsamen, 2 EL Sesamkörner, 2EL Sonnenblumenkerne, Wasser nach Bedarf
    Zubereitung:
    Die Hefe in lauwarmem Wasser auflösen und mit der Melasse etwa 10 Minuten gären lassen. Die Mehlsorten mischen und die Hefemischung, Salz und das Joghurt verkneten. Nach und nach die eingeweichten Körner mit dem Einweichwasser zugeben und weiterkneten, Leinsamen, Sonneblumenkerne und Sesam zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
    Den Teig an einem warmen Ort um das Doppelte aufgehen lassen. Noch einmal durchkneten und Brote formen oder den Teig in gefettete Kastenformen füllen. Noch einmal zugedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.
    Die Backofenwände mit Wasser aus der Blumenspritze besprühen und auf 250°C vorheizen. Die Brote in den Ofen schieben und 10 Minuten bei 250°C backen, dann die Temperatur auf 200°C herunterstellen.
    Gesamtbackzeit 30-40 Minuten. Wenn die Brote einen dumpfen Ton geben, beim Klopfen, sind sie fertig.

    Man kann sie, nachdem man die Brote aus dem Ofen genommen hat, noch einmal mit der Blumenspritze besprühen und mit einem Küchentuch bedeckt auskühlen lassen.

    Guten Appetit!!

  4. Petra aka Cascabel 16. Oktober 2009 um 9:07 am

    Die sehen so richtig nach Urlaub aus :-)

  5. Ulrike 16. Oktober 2009 um 9:59 am

    Vinschgauer Fladen mag ich auch sehr gerne und deine sehen sehr lecker und luftig aus. Gut gemacht, ich nehme mir dann ‚mal einen.

  6. Buntköchin 16. Oktober 2009 um 2:36 pm

    Die mag ich auch total gern. Noch nie selber gemacht, aber mit deinem Rezept ersuche ich es mal.

  7. Alex 17. Oktober 2009 um 10:23 am

    Vinschgauer erinnern mich immer an meine Urlaube in Südtirol. Da dürfen sie einfach nicht fehlen. Schön, daß ich jetzt auch ein Rezept habe, um das Urlaubsgefühl nachzubacken

  8. Jutta 17. Oktober 2009 um 9:18 pm

    Vinschgauer habe ich mal in einem Backkurs hergestellt und sie haben mir hervorragend geschmeckt, obwohl ich eigentlich nicht gerne Brot mit Gewürzen backe. Wenn ich deine so sehe, dann bekomme ich schrecklich Lust auf Nachbacken.

    Schöne rote Tomaten ;-)

  9. mestolo 19. Oktober 2009 um 6:23 am

    Sehr fein :)

    Was bedeutet „mit Schwaden backen“?

  10. einfachguad 19. Oktober 2009 um 10:22 am

    @ Mestolo
    Wenn man Brot oder Brötchen mit Schwaden bäckt, heißt das, daß Wasserdampf in den Ofen kommt. Am besten, Du nimmst eine Blumenspritze mit Wasser und sprühst die Seiten und den Boden des Ofens ein, nachdem Du das Blech in den heißen Ofen geschoben hast. Durch den entstehenden Wasserdampf geht das Brot besser auf.

  11. Mestolo 19. Oktober 2009 um 10:54 am

    Ah, prima. Vielen Dank für die Erklärung. Das lasse ich herrn Mestolo mal nachbacken – der hat’s mehr mit backen als ich.

    Geht auch ein Schüsselchen mit Wasser im Ofen? So kenne ich das bisher.

  12. einfachguad 19. Oktober 2009 um 11:54 am

    @ Mestolo
    Ein kleines Schüsselchen im Ofen bringt nichts, da zu wenig Wasser verdampft. Eine große Porzellanform wäre wenn dann besser, aber eigentlich sollte nur am Anfang geschwadet werden. Nach den ersten 10 bis 15 Minuten sollte der Ofen geöffnet werden, damit der Dampf entweichen kann. Mit einer Schüssel im Ofen kann das Ganze dann nicht so gut kontrolliert werden. Ich habe gute Erfahrungen mit der Blumenspritze gemacht.

  13. zorra 21. Oktober 2009 um 11:19 am

    Jetzt muss ich nicht mehr ins Vinschgau fahren. ;-)

    Vielen Dank für deine Teilnahme am World Bread Day 2009. Yes you baked! :-)

  14. Chaosqueen 21. Oktober 2009 um 9:21 pm

    Selbst gebacken habe ich die leckeren Vinschgauer auch noch nie. Warum eigentlich?! Höchste Zeit, das einmal zu ändern.

    Deine sind ein großartiges Vorbild!

  15. Heidi, die II. 24. Oktober 2009 um 5:53 pm

    Heute Abend schon wieder diese Fladen gebacken und verspeist.
    Wir sind total überrascht vom guten Geschmack! Habe beim googlen auch noch Vinschgauer Speckfladen gefunden. Die sind dann beim nächsten Mal fällig!
    Vielen lieben Dank für das leckere Rezept. :-D
    LG Heidi

  16. einfachguad 25. Oktober 2009 um 5:06 pm

    @ Heidi
    Oh, das muss ich auch mal suchen, hört sich gut an! Freut mich, daß Euch die Vinschgauer schmecken!

  17. Fall in Love with Canada 25. Oktober 2009 um 6:04 pm

    Die erinnern mich an schöne Urlaubserinnerungen in Südtirol.

  18. linde 11. März 2011 um 8:55 pm

    Mich hätte es gefreut, dass der Urheber des Rezeptes genannt wird, denn das bin nämlich ich persönlich.

    Gruß
    Linde

  19. einfachguad 13. März 2011 um 7:31 pm

    @ Linde
    Das tut mir leid, ich habe das Rezept von meiner Freundin. Wenn Du es irgendwo im Internet veröffentlicht hast, verlinke ich Dich gerne.

  20. Reni 28. Mai 2014 um 7:36 am

    Ich liebe Vinschgerlen. Wenn ich einmal im Jahr mal wieder zuhause bin, in Tirol, dann ess ich die nur und ich nehm mir immer welche mit nach Deutschland. Die frier ich dann ein und dann gibts die schon mal Sonntags zum Frühstück…A Stückerl Heimat.
    Hab auch schon versucht, die nachzumachen, aber bisher haben sie leider nicht wie die Originalen geschmeckt. Gerne versuche ich mal dein Rezept. Eine Freundin hat mir letztens aus Südtirol Brotklee mitgebracht.
    Lieben Gruß
    Reni

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