Ein bayerisches Menü – Klare Suppe mit Schinkenschöberl

Dieses Wochenende war es endlich so weit. Mein Dad hat sich vor längerer Zeit einmal Böfflamott von mir gewünscht. Er konnte sich daran erinnern, dass das seine Mutter öfters gekocht hat.
Ein Rezept zu finden war schwierig, da es viele verschiedene Variationen und Meinungen von der Zubereitung des Böfflamotts gibt. Die Einen legen das Fleisch vorher in Wein und Essig, oder nur in Wein oder nur in Essig ein. Die Anderen sagen, daß Böfflamott nicht eingelegt wird. Leider haben wir im handgeschriebenen Kochbuch meiner Oma kein Rezept gefunden. Mein Dad konnte sich nur noch erinnern, dass sie das Fleisch in Essig eingelegt hat. Das war ja nicht wirklich viel :-)
Viele Rezepte habe ich gesichtet und am Ende habe ich einen Mischmasch aus einigen Rezepten gemacht. Aber zuerst möchte ich Euch meine Vorspeise vorstellen, es gab klare Suppe mit Schinkenschöberl.
Eigentlich wollte ich gar keine Vorspeise machen, denn mein Dad mag keine Suppen. Doch als ich so das Fleisch angeschaut habe und einige Rezepte verglichen habe, bin ich ziemlich unsicher geworden, ob 1,2 kg Fleisch für 6 Personen reichen würde. Natürlich ist mir das erst am Sonntag aufgefallen und ich habe mich ziemlich hektisch für eine klare Suppe (aus Verzweiflung aus Brühwürfel gebraut – kein Kommentar – ich weiss :-) mit Einlage entschieden.
Alfons Schubeck hat mich gerettet. Seine Schinkenschöberl hörten sich ziemlich lecker an. Leider fehlte mir ein Ei und trotzdem habe ich mich todesmutig an die Zubereitung gewagt. Mehr als schiefgehen konnte es ja nicht. Aber es hat Gott sei super geklappt. Damit die Suppe nicht ganz so klar aussah, habe ich noch etwas Gemüsestreifen reingegeben. Die Schinkenschöberl gingen weg wie „warme Semmeln“ und haben die Brühe doch sehr aufgewertet.
Die Hauptspeise wird dann morgen oder übermorgen verbloggt – und eine Nach-
speise gab es auch noch.

Falls sich jemand wundert, weshalb wir unseren Vater „Dad“ nennen, und das hier in Bayern…. Seit meine Schwester und ich das im Englischunterricht gehört haben, gefiel uns das so gut, dass sich das irgendwann mal einfach eingebürgert hat.



Klare Suppe mit Schinkenschöberl
Menge: 8 Personen

Zutaten:
130 g Mehl
1 TL Backpulver
100 g gekochter Hinterschinken
100 g weiche Butter
4 Eigelb (3 Eigelb verwendet)
frisch geriebene Mustkatnuss
4 Eiweiss (3 Eiweiss verwendet)
Salz
4 EL geschlagene Sahne (ungeschlagene verwendet)
4 EL geriebener Parmesan

Quelle:
Alfons Schuhbeck „Meine bayerische Küche“

1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Papier belegen. Das Mehl mit dem Backpuler vermischen und sieben. Den Schinken in kleine Würfel schneiden.

2. Die Butter schaumig rühren, die Eigelbe nacheinander unterrühren und die Masse hellschaumig aufschlagen. Die Buttermasse mit 1 Prise Muskatnuss würzen. Die Eiweiße mit 1 Prise Salz cremig fest schlagen. Eischnee, Sahne und Mehl auf die Buttermasse geben und unterheben.

3. Den Schöberlteig 1/2 bis 1 cm dick auf dem Backpapier verstreichen (etwa 30 x 30 cm) verstreichen und gleichmässig mit Schinkenwürfeln und Parmesan bestreuen. Im Ofen auf der mittleren Schiene in etwa 10 bis 15 Minuten goldbraun backen. Etwas abkühlen lassen und in 1 1/2 bis 2 cm großse Rauten oder Dreiecke schneiden. Zur Suppe (am besten selbstgemachte Fleischbrühe!) servieren.

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Eine Antwort zu “Ein bayerisches Menü – Klare Suppe mit Schinkenschöberl

  1. Jutta 4. April 2009 um 7:30 pm

    Das mit der Fertigbrühe fällt auch bei näherer Betrachtung nicht auf. Sieht toll aus. Ich habe aber sogar beim Lesen ein wenig Panik bekommen. Hört sich ziemlich stressig an.
    Ich nenne meine Mutter übrigens „Ma“ und meinen Vater „Pa“.

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