Schwäbische Krautkrapfen

Als ich das erste Mal von Krautkrapfen hörte, wusste ich gar nichts damit anzufangen. Als ich diese Nudelröllchen mit Sauerkraut dann bei meiner Schwiegermutter probiert hatte, stellte ich fest, dass ich etwas verpasst hatte ;-)
Eigentlich wollte ich dieses Gericht beim Event im Kochtopf „Räuchern gestattet“ einreichen, da im Sauerkraut viel geräucherter Speck ist, aber ich habs einfach nicht geschafft. Trotzdem möchte ich Euch die Krautkrapfen nicht vorenthalten.
Zuerst wird gewürfelter Speck in einem grossen, weiten Topf angebraten. Wir haben dazu einige Scheiben Schwarzgeräuchertes kleingeschnitten. Das gibt es immer in der kalten Jahreszeit bei unserem Metzer.
imgp0389 Das Besondere am Sauerkraut ist, dass es ganz lange gekocht und danach dann solange gebraten wird, bis fast die gesamte Flüssigkeit verkocht ist und das Kraut schön braun geworden ist. Meine Schwiegermutter sagt immer, dass ein richtig gutes Sauerkraut dreimal aufgekocht werden muss! Dann wird ein Nudelteig dünn ausgerollt und das abgekühlte Sauerkraut darauf verteilt.imgp0395Die Teigplatte fest zusammenrollen und dann in ca. 5 cm grosse Stücke schneiden.
Diese Stücke werden dann in eine gefettete Auflaufform gestellt und zwischendrin reichlich mit geschmolzener Butter bestrichen.
imgp0397Die Krautkrapfen kommen dann ins Rohr und werden solange gebacken, bis sie knusprig sind.
Alternativ dazu kann man die Krautkrapfen auch dünsten. Dazu die Krautkrapfen in einen eingefetteten Topf mit Deckel geben, und etwas Brühe angiessen. Dann die Krautkrapfen dünsten bis der Nudelteig fertig ist. Den Deckel abnehmen, den Rest des Wassers verdunsten lassen und die Krautkrapfen ein wenig anbraten lassen. Durch die Butter im Topf bildet sich dann eine schöne braune Kruste.imgp0402Uns sind die Krautkrapfen diesmal ein wenig zu trocken geworden. Das nächste Mal werden wir mehr Sauerkraut nehmen und die Flüssigkeit nicht ganz verdampfen lassen.
Krautkrapfen schmecken auch prima kalt und lassen sich sehr gut einfrieren.

Schwäbische Krautkrapfen
Menge: 2-3 Portionen

Zutaten Nudelteig:
300 Gramm Dinkelmehl 630
1 Prise Salz
3 Eier
1 EL natives Olivenöl

Zutaten Sauerkraut:
1000 Gramm Sauerkraut (das nächste Mal 1500 Gramm)
gewürfelter geräucherter Speck nach Belieben
Butter
1 Zwiebel
Salz und Pfeffer

Sonstiges:
Zerlassene Butter

Zubereitung:
In einem weiten Topf die klein geschnittenen Zwiebeln und den Speck in ein wenig Butter anbraten, dann das Sauerkraut dazugeben. Das Sauerkraut im offenen Topf solange andünsten bis fast die komplette Flüssigkeit verdampft ist und das Kraut anfängt braun zu werden. Das Kraut kräftig würzen und erkalten lassen.
Für den Nudelteig Mehl und Salz auf die Arbeitsfläche geben. In der Mitte eine Mulde formen. Die Eier nacheinander in die Vertiefung gleiten lassen und mit deiner Gabel sorgfältig verrühren. Das Öl zu den Eiern geben. Langsam Mehl unter die Eier arbeiten, bis sie nicht mehr flüssig sind. Nun mit beiden Händen rasch das Mehl unter die Eiermischung kneten und einen festen Teig herstellen. Nötigenfalls noch etwas Wasser dazugeben. Dann den Teig solange kneten bis er sehr glatt und geschmeidig ist, dann in Klarsichtfolie wickeln und 20 Min ruhen lassen.
Den Teig in 4-5 Portionen teilen und sehr dünn rausrollen. Das Sauerkraut darauf verteilen und die Platte zu einer Rolle aufrollen. Die Rolle dann in ca. 5 cm lange Stücke schneiden und in eine ausgebutterte Form stapeln. Die Röllchen zwischendrin immer wieder mit Butter bepinseln.
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft) und die Röllchen ca. 20 Minuten knusprig backen. Ein grüner Salat schmeckt sehr gut dazu.

6 Antworten zu “Schwäbische Krautkrapfen

  1. Eva 26. Januar 2009 um 6:41 am

    Krautkrapfen…mmh! Viel zu lange nicht gemacht; genau wie die Wurstkrapfen, die meine Mutter immer machte – statt Kraut kommt gute Fleischwurst und klein gewürfelte Zwiebel in den Teig und dann werden die Krapfen in wenig Brühe gegart…auch sehr lecker! :-)

  2. einfachguad 26. Januar 2009 um 7:26 am

    Das hört sich auch gut an, das werde ich bestimmt auch mal probieren!

  3. Kochbanause 26. Januar 2009 um 3:09 pm

    Dachte eigentlich bisher, das ich die Klassiker der Schwäbischen Küche kenne ;o) – aber schwäbische Krautkrapfen kenne ich absolut nicht. Es scheint ein Fehler zu sein, die sehen ja echt lecker aus. Mal schauen, die gibt es vielleicht demnächst auch mal bei uns :o).

  4. Sivie 28. Januar 2009 um 9:12 pm

    Hört sich lecker an, aber meiner Familie würde da Soße fehlen. Kannst du da einen Vorschlag machen?

  5. einfachguad 29. Januar 2009 um 8:21 am

    @Sivie
    Hmm, das ist schwierig. Am ehesten würde ich vielleicht noch Saurerrahm als Dip dazu essen.

  6. Liz 18. März 2009 um 3:31 pm

    Also bei uns gibts die Variante ausm Topf gegart. Zunächst etwas Butter oder Butterschmalz zergehen lassen und die Krapfen von der einen Seite anbraten bis sie anfangen so ne schöne Röstkruste zu bekommen. Dann umdrehen und auch etwas anbraten (nicht ganz so scharf die stehen ja noch ne Weile) und dann ablöschen mit Brühe und wie beschrieben drin lassen bis die Nudeln fertig sind und dann Deckel ab und Warten bist die Flüssigkeit verdampft ist.
    Und da gibt’s eingentlich IMMER ne Soße dazu. In der Regel irgend ne braune Bratensoße. Passt eigentlich fast alles auch von Rindsrouladen oder so…..

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